Michael J.j. Kogler - Die Asche Vergangener Winter (Buch)    MICHAEL J.J. KOGLER
    Die Asche Vergangener Winter (Buch)

    Release:  25.11.2022
    Label:  Edition Outbird
    Stil:  Post Black Metal Erzählung
    Spieldauer:  234 Seiten
    Punkte:  9 von 10
    Homepage:  Keine

    In der Datenbank seit:  27.04.2023 / 22:53:04
    Gelesen:  35x  (seit Datenbankeintrag)

Michael „J.J.“ Kogler dürfte der Leserschaft von blackmetal.at als Sänger von Harakiri For The Sky und Songwriter und Multiinstrumentalist seines Soloprojekts Karg bekannt sein. Mit „Die Asche vergangener Winter“ legt er nun auch sein literarisches Debüt vor.

„Es hätte sein Jahr werden sollen, aber spätestens im Frühjahr war sich Tal Linden bereits darüber bewusst, dass ihm dieses Jahr, noch bevor der erste Schnee in den Bergen fallen sollte, alles genommen haben wird, was ihm wichtig und essenziell für sein Leben war.“ So beginnt Koglers Roman über einen Anfang 30-jährigen Musiker einer Post-Black Metal Band, der unter einer bipolaren Störung leidet, den Drogen und dem Alkohol zugetan ist und immer wieder von Suizidgedanken gequält wird. Die Trennung von seiner langjährigen Freundin Hanna wirft den sensiblen Musiker nun gänzlich aus der Bahn, so dass er sich in eine Hütte in den Bergen zurückzieht, um sich selbst wieder zu finden. Seine „große Katharsis“ wie er es nennt, zieht ihn jedoch nur weiter in Richtung des Abgrunds, an dem er schon sein halbes Leben entlangtänzelte.

Auch wenn manches von der Rahmenhandlung (zumindest für Szeneanghörige) vielleicht oberflächlich betrachtet klischeehaft wirken mag, so ist Kogler mit „Die Asche vergangener Winter“ einfach eine emotional berührende Geschichte über Liebe, Freundschaft, Trauer und Verlust gelungen, in der man sich als Leser vielleicht auch mal in gewissen Situationen selber wiederfinden kann. In Rückblenden erzählt der Autor, wie Tal Linden zu der Person wurde, die nun in der Berghütte mit sich und der Welt hadert. Die Erwähnung diverser musikalischer Einflüsse jenseits des Black Metal (Nirvana, diverse Hardcore- und Indiebands), alkohol- und substanzbedingte Exzesse sowie Tour-Anekdoten lassen vermuten, dass auch einige autobiographische Elemente des Autors einfließen durften. Und gerade das lässt vor allem Tal als den Hauptprotagonisten für den Leser so realistisch erscheinen. Auch viele andere Figuren aus seinem Freundeskreis, die man in den Rückblenden kennenlernt und von denen einzelne ihn im Laufe der 57 Tage, die er auf der Berghütte verbringt, besuchen, sind vielschichtig und facettenreich gezeichnet. Der Autor nimmt auch Bezug auf reale Ereignisse wie die Corona-Zeit mit ihren Lockdowns oder das Attentat in der Wiener Innenstadt. Letzteres zwar nur als Randnotiz, jedoch sorgen genau diese Dinge, die jeder von uns in irgendeiner Form miterlebt hat, für eine zusätzliche Realitätsnähe seiner Erzählung. 


FAZIT:

Michael Kogler hat mit seinem Debütroman „Die Asche vergangener Winter“ eine fesselnde Geschichte geschrieben, die im (Post) Black Metal-Milieu spielt und damit auch vor allem eine Leserschaft aus dieser Szene anziehen wird. Koglers literarischer Stil und die Grundthemen der Geschichte mit Liebe, Freundschaft und Verlust und Sinnsuche machen sein Werk aber definitiv auch für Leser interessant, die mit dieser Musikrichtung nichts am Hut haben. 


TRACKLISTE:

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LINE-UP:

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MICHAEL D.

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