Sael - Ocean    SAEL
    Ocean

    Release:  2007
    Label:  Pictonian
    Stil:  Black Metal
    Spieldauer:  30 Minuten
    Punkte:  9 von 10
    Homepage:  Keine

    In der Datenbank seit:  05.07.2015 / 13:39:46
    Gelesen:  64x  (seit Datenbankeintrag)

Ruhigen, aber bestimmten Schrittes schleicht sich "Ocean" in das Bewusstsein des Hörers ein, verführt mit allerlei technischer Finesse und Details, wird wieder etwas lauter und schneller, um wieder in das einsame Geklimper des Akustikholzes zu münden. Dann, wie aus dem Nichts, stürmt der gesamte Trupp nach vorne, der Vokalist brüllt sich ins Delirium, Double-Bass-Gewitter, Twin-Gitarren-Inferni. Kurz darauf, nach einigem Hin und Her zwischen Gestampfe und vertrackt versetzten Bridges sowie einem emotionalen Semi-Orkan, kommt die stromlose Gitarre wieder zum Einsatz, leitet den hymnisch introvertierten Schluss ein. So scheint es zunächst, bevor Sael aufs Neue in rastlosen, stets wechselnden Passagen dem invers gespielten Ende hin entgegen heizt.
Soweit eine vage, wahrscheinlich nicht zu einhundert Prozent zutreffende Beschreibung des elfminütigen Eröffnungsmassakers, das so unbeschreiblich frisch und ohne jegliche Klischees, geschweige denn Voraussehbarkeit auskommen kann. Werke wie "Ocean" sind es, die einen trotz all des Schrotts, welcher zu was weiß ich wie vielen Tausenden schon den Markt überschwemmt hat, kein bisschen am eigenen Geschmack zweifeln lassen. Ich wüsste nicht, was hier bis auf den etwas kurzen Entfaltungsspielraum von gut dreißig Minuten auszusetzen wäre. Wie ein mittelgroßes Schweizer Uhrwerk sind alle Elemente ineinander verzahnt, gehen nahezu perfekt ineinander über, lassen die Zeit im Nu verfliegen. Jede Nuance passt. Abwechslung bietet das Material sowieso, auf vielen verschiedenen Ebenen gleitet das Sextett so gekonnt und selbstsicher wie Truppen, die schon seit jeher dabei sind. Nirgendwo will ein Fehler auftauchen, erst recht nicht, wenn die Franzosen in besonders abgefahrenen Dimensionen wüten. Mein persönlicher Favorit bildet das Instrumental, das sich nach dem Malcolm X-Sample immer weiter steigert und einfach nicht aufhören will, geil zu sein. Bis zum bitteren Ende haltet Sael diesen bewunderswerten Kurs ein. Dafür sollte es eigentlich eine ordentliche Belohnung geben.


FAZIT:

Nichts ist mir lieber als einer baldigen Allmacht den Rücken mit einer angemessenen Benotung zu stärken. Sael sind in meinen Ohren ein potenzieller Kandidat für diese Position, hoffentlich kommt das angekündigte Debüt so schnell wie möglich in meine Anlage. Bis dahin verweile ich höchst optimistisch.


TRACKLISTE:

01 - Ocean
02 - Ivresse De Lune
03 - Instrumental
04 - Un Cri Dans L'eternité


LINE-UP:

Serge Usson - Gesang
Iconoclast - Gitarren
Vincent Roubière - Schlagzeug
Matthieu Gervreau - Effects, Progs
Thomas Chassaigne - Bass
Lyshd Mordrak - Gitarren


AMIKKUS

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