Golgatha - Kirchenlieder    GOLGATHA
    Kirchenlieder

    Release:  2008
    Label:  Christhunt Productions
    Stil:  Black/Thrash/Death Metal
    Spieldauer:  32 Minuten, 38 Sekunden
    Punkte:  2,5 von 10
    Homepage:  www.myspace.com/golgathablackmetal

    In der Datenbank seit:  21.08.2008 / 20:14:58
    Gelesen:  432x  (seit Datenbankeintrag)

Eine nette und passende Bezeichnung für ihren ersten musikalischen Gehversuch unter den Namen GOLGATHA haben sich die beiden Satansbraten aus dem Fichtelgebirge (Vorsicht Verwechslungsgefahr – es gibt nämlich noch eine zweite Deutsche Black Metal Band gleichen Namens, die jedoch aus dem Saarland stammt!) ausgesucht. Auf "Kirchenlieder" versammeln sich nämlich sieben Stücke, die allesamt einzig und alleine das Ziel verfolgen, einen lyrischen Kreuzzug gegen das Christentum vom Stapel zu brechen. Dass die dabei entstandenen Ergüsse teilweise recht einfältig ausgefallen sind, möchte ich hier nur am Rande erwähnen, da sich darüber jeder selbst ein Urteil bilden sollte. So abfällig und direkt, wie man es aufgrund des textlichen Konzeptes erwarten könnte, gibt sich das Duo dann aber nicht in musikalischer Hinsicht. "Blutrausch" wäre meinen Assoziationen nach ein brachial mörderischer Opener, der alle Gotteshäuser im Umkreis von mehreren Kilometern in Schutt und Asche legen könnte, doch statt dessen vernimmt man lediglich eine seichte Black/Thrash-Aufwärmübung für die Instrumente, die namentlich mehr verspricht als sie im Endeffekt hält. Während man diese ersten eineinhalb Minuten noch als verunglimpftes Intro verschmerzen könnte, darf man mit den folgenden Stücken aus schwarzmetallischer Sicht dann ganz und gar nicht mehr zufrieden sein. Diese Bezüge sind nämlich nur mehr spärlich vorhanden und werden von thrashigen Passagen und todesbleiartigen Melodiebögen verdrängt. Der Versuch mit dem Einsatz von Keyboardklängen so etwas wie erhabene Atmosphäre ins Spiel zu bringen scheitert zumeist an der zu kitschig klingenden Umsetzung. Am besten zur Geltung kommt noch der über zehnminütige Abschlusstrack, der eine halbwegs annehmbare Mischung aus brauchbaren Riffs und einer stimmigen Songstruktur aufweisen kann.


FAZIT:

Dass die beiden Musiker schon seit Jahren bei einer anderen Band tätig sind, merkt man "Kirchenlieder" zu keiner Sekunde an, dafür klingt das Material einfach zu einfallslos und uninspiriert. Ob eine derartige CD heutzutage überhaupt irgendjemand nötig hat wage ich zu bezweifeln, da es unzählige andere Bands gibt, die es schaffen spannendere Songs zu schreiben. Und dass eine Black Metal Band, die im Booklet noch trotzig "Unser Dank gebührt niemandem!" abdruckt, TOKIO HOTEL in seiner Freundesliste bei myspace stehen hat, irgendwie jede Glaubwürdigkeit verliert versteht sich wohl von selbst.


TRACKLISTE:

01 - Blutrausch
02 - 24/12
03 - Kreuz Aus Blut
04 - Religion
05 - Pfaffentraum
06 - Beichtstuhl
07 - Sinfonie Der Blasphemie


LINE-UP:

Mortiferus - Guitar, Bass, Vocals
Fenrir - Drums, Keys


JÜRGEN WINTERHELLER

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