Häive - Mieli Maassa    HäIVE
    Mieli Maassa

    Release:  7.12.2007
    Label:  Northern Silence Productions
    Stil:  Black Folk Metal
    Spieldauer:  40 Minuten 4 Sekunden
    Punkte:  8 von 10
    Homepage:  www.haive.tk

    In der Datenbank seit:  09.11.2007 / 22:31:16
    Gelesen:  461x  (seit Datenbankeintrag)

Zusammen mit Wyrd und den Newcomern Kehrä ging vor einigen Monaten eine Split unters Volk, die seitens Häive "nur" das dritte und zweifellos beste Demo zu bieten hatte, dafür aber im Promo-Beiblatt das baldige Erscheinen der ersten LP aus ebenjenem Hause ankündigte und bei einigen sicherlich den Heißhunger auf zumindest ähnlich beeindruckenden Black Metal mit einem herben Schuss Folk (ohne die widerlichen Humppa-Zusätze) anfachte. Größtenteils und bekanntermaßen dehnen sich derartige Wartereien ganz gerne, im vorliegenden Fall hingegen hat das emsige Fingernägelkauen ein rasches Ende gefunden: "Mieli Maassa" zeigt gleichzeitig eine überraschende wie insgeheim erwartete Entwicklung als auch Absetzung von den Demo-Bändern auf.
Chefdenker Varjoselu hat vorrangig die melancholische Komponente ein wenig zurückgeschraubt, um aus seinen Songs mehr Druck, mehr nachdenkliche Passagen und sogar ein klein wenig mehr Geschwindigkeit herauszuholen. Das Experiment scheint gelungen, besonders die eigenwillige Rhythmisierung von Songs à la "Virvatuli" geht sofort in Kopf sowie Bein über. Die zum Teil selbstgebastelten Instrumente bekommen hier - isoliert vom eigentlichen Song-Geschehen - ihren eigenen Entfaltungsraum zugesprochen, lediglich die stromlose Gitarre begleitet so manche Passage in leiser Manier. Hinzu kommen noch massig Overdubs im Vocal-Bereich, die den als "Männerchöre" verschrienen Effekt hervorbringen, eine ungewöhnlich tiefenlastige Klangauslegung und schon haben wir eine tonnenschwere, schweren Schrittes nach vorne stampfende Platte, die meinen Atmosphäre-Pegel in den roten Bereich schnellen lässt; Vergleichbares hat es in letzter Zeit nicht gegeben. So authentisch, durchdrungen von Herzblut und vollkommener Hingabe zu dem, was da einem entgegen schallt, legt der Finne los und würde wahrscheinlich auch gar nicht mehr aufhören, wenn es seine Kräfte denn zuließen. Dementsprechend langsam wächst das Album auf dem außenstehenden Hörer, der vielleicht zu Anfang ein wenig Schwierigkeiten mit dem etwas weiter ausholenden Aufbau der sechs Lieder hat, schließlich waren die Demos davor geradlinig ausgerichtet. Ein Blick auf das sehr gelungene Cover reicht jedoch aus, um die Botschaft hinter diesem Werk zu begreifen: (Einwirkungs-)Zeit ist hier von großer Bedeutung. Wer die aufbringen kann, sollte in "Mieli Maassa" sein Geld investieren.


FAZIT:

Ein Album, das mit jedem Durchlauf größer wird.


TRACKLISTE:

01 - I. Raina
02 - II. Raina: Virvatuli - Metsänpeittoon
03 - III. Raina: Metsäläinen
04 - IV. Raina: Yömyrsky
05 - V. Raina: Takaisin Koskemattomaan Metsään
06 - VI. Raine: Kurjat Kurjet


LINE-UP:

Varjosielu - Vocals, Guitars, Bass, Drums, Mouth-harp, Kannel


AMIKKUS

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