Belphegor - Pestapokalypse VI    BELPHEGOR
    Pestapokalypse VI

    Release:  27.10.2006
    Label:  Nuclear Blast Records
    Stil:  Supreme Black/Death Metal
    Spieldauer:  38 Minuten 10 Sekunden
    Punkte:  10 von 10
    Homepage:  www.belphegor.at

    In der Datenbank seit:  18.10.2006 / 16:45:46
    Gelesen:  646x  (seit Datenbankeintrag)

Aus Not mach Tugend: Die letzten eineinhalb Jahre brachten der österreichischen Black/Death-Speerspitze fast nur unangenehme Situationen ein, abgesehen von den zweifellos starken Bühnenauftritten sowie einem massiven Zuwachs an Anhängern. Die mühsame Trennung von einem Label, das sich am Ende als sauschlechter Verlierer herausstellen sollte, machte den Salzburgern ebenso zu schaffen wie die Selbstfinanzierung des brandneuen Albums, das - frei nach dem Motto "Back to the roots" - bei Andy Classen aufgezeichnet wurde. Es gab für die Band viele gute Gründe, die Flinte ins Korn zu werfen und allen lautstark den Stinkefinger entgegen zu strecken. Doch wenn die Österreicher etwas in ihrer seit '91 andauernden Geschichte gelernt haben, dann ist es eindeutig Disziplin, verbunden mit eisernem Willen. Dass sich diese beiden Attribute zur Gänze ausgezahlt haben, beweist die sechste Offenbarung aus dem Hause Belphegor mehr als eindrucksvoll.
War der Vorgänger noch eine Art Fortsetzung von "Lucifer Incestus" mit wenigen wirklichen Neuerungen, so spielt die sechste Pestapokalypse gleich drei Dimensionen über dem bisher Bekannten. Das jetzt schon legendäre Schreiber-Duo Helmuth/Sigurd spielt zwar wieder schwindelerregend blendend auf und besinnt sich bei aller vorhandenen Epik auf den wahren Kern des jeweiligen Songs, überrascht diesmal jedoch durch ungewöhnlich viele Querverweise auf den Black Metal. Speziell bei der ersten Kriech-Nummer "Angel of Retribution" halten zerbrechlich (!) klingende Riffs als Überleitung zum alles niederwalzenden Schlussteil her, nehmen erhabene Hauptmelodien durch den monumental ausgerichteten Sound eine allmächtige Form an, drücken fesselnde Tonfolgen den hilflosen Probanden gnadenlos zu Boden. Aber auch sonstwo, egal wo man sich gerade auf der neunstufigen Track-Leiter befindet, wird einem vor Ohren gehalten, welche gottgleiche Macht das Höllenkommando in musikalischer Hinsicht mittlerweile inne hat. Angefangen bei der orientalisch tanzenden Bandhymne, den beiden kleinen Vernichtungsbomben "Seyn Todt in Schwartz" und "The Ancient Enemy", die beide sehr zielgerichtet und sowohl mit brutalen Breaks als auch Soli versehen daherkommen, das langsam umschlingende, dafür umso verführerischere "Bluhtsturm Erotika", aufgehört bei DER absoluten Übernummer "Sanctus Perversum", die mühelos als eines der besten Momente Belphegor-Songs gelten darf - die Ausfallsrate beträgt null, nahezu jeder vertonte Akkord killt ohne Ende, technische Raffinessen sind überall anzutreffen. Zu verdanken ist dies unter anderem auch der schädelspaltenden Produktion des Stage One Studios, das die Pestapokalypse in ein wahnsinnig großartiges Gewand verpackte; sämtliche tiefschwarze wie tödliche Momente werden von ihrer allerbesten, sprich zerstörerischsten Seite zeigt. Schlichtweg umhauend!


FAZIT:

Lasst die gesamte sogenannte Konkurrenz links liegen, Belphegor haben hiermit ihrem Schaffen die Krone aufgesetzt und sind in ihrem Segment fortan das Maß aller Dinge! Glasklar volle Punktzahl, keine Frage!


TRACKLISTE:

01 - Belphegor - Hell's Ambassador
02 - Seyn Todt In Schwartz
03 - Angel Of Retribution
04 - Chants For The Devil 1533
05 - Pest Teufel Apokalypse
06 - The Ancient Enemy
07 - Bluhtsturm Erotika
08 - Sanctus Perversum
09 - Das Pesthaus / Miasma Epilog


LINE-UP:

Helmuth - Vocals, Guitars
Sigurd - Guitars
Barth - Bass
Nefastus - Drums


AMIKKUS

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