Sterbend - Dwelling Lifeless    STERBEND
    Dwelling Lifeless

    Release:  Frühling 2006
    Label:  No Colours Records
    Stil:  Depressive Black Metal
    Spieldauer:  74 Minuten 49 Sekunden
    Punkte:  6 von 10
    Homepage:  Keine

    In der Datenbank seit:  07.05.2006 / 10:17:18
    Gelesen:  670x  (seit Datenbankeintrag)

Ersteindrücke können Erwartungen bestätigen oder im positiven beziehungsweise negativen Sinne beeinflussen. Manchmal jedoch widerfährt einem das seltsame Gefühl, schlichtweg nicht überrascht zu sein. Im Fall von Sterbend sieht die Sachlage folgendermaßen aus: Man hat nach Ankündigung eines neuen Lebenszeichens weder einen eklatanten Kurswechsel noch eine rapide Verschlechterung erwartet und ist auch nach runtergeladenem Ausschnitt des vor kurzem erschienenen Albums eigentlich ohne konkrete Gefühlsschwankung zurückgelassen worden. Angesichts der Tatsache, dass mir Sterbend schon zu Demo-Zeiten mit ihrem durchaus nettem, aber eher unspektakulärem "Garagen-Trübsal-Blasen" über den Weg gelaufen sind, war es natürlich interessant zu wissen, ob sich die Jungs - egal in welcher Hinsicht - verbessert haben. Aber auch in diesem Punkt lassen mich die Schwermütler in verhaltener Pose zurück.

Fünf Jahre Marktabstinenz (die beeindruckende Nebenbaustelle Nyktalgia mal außer Acht gelassen) haben sich nur in Details auf die kompositorische Denkweise ausgewirkt, was in diesem Genre eine äußerst seltene Erscheinung darstellt. Verglichen mit all den alten, hier vollzählig angetretenen Demo-Stücken fallen die brandneuen Nummern nur durch den vermehrten Einsatz von synthetischen Hilfsmitteln und langgezogenen Passagen ("Left To Weep And Mourn", "Mysteries") oder dreistes Selbstkopieren ("Vast And Dismal Chambers") auf. Letztgenannter Übeltäter fährt dermaßen pentrant auf der Einschlaf-Spur, dass die auferzwungene Konzentration freiwillig abdankt und die nächsten sieben Minuten über im Ruhestand verweilt. Solch ein Ausfall bleibt jedoch zum Glück allein stehend, der Rest des Liedguts kann mit weitaus kompetenteren Ideen locken. Wegweiser wie Count Grisnackh oder Ulfhednir, dessen "Hoffnungstod"-Demokassette sicherlich auch im Plattenschrank gewisser Mitglieder aufzufinden ist, lassen stellenweise recht eindeutig grüßen. Richtige Höhepunkte sind daher nicht auszumachen, da alles, was hier stattfindet, qualitativ nur marginalst hin- und herschwankt.
Ein deutliches Highlight hingegen ist die sehr saubere, differenzierte Produktion des Debuts: Die Sechssaiter haben genug Verzerrung, um als Black Metal durchzugehen, versäumen es aber glücklicherweise ab, allzu rauschend durch's Land zu ziehen. Dem kompetent bedienten Schlagwerk haben die zuständigen Hebelregler einen trockenen, klaren Sound verpasst, der zusammen mit dem leicht versteckten Bass wunderbar harmoniert und darüber hinaus den anderen Elementen keine Luft wegnimmt. Am deutlichsten stechen aus dem Klangteppich die schrillen Schreie des leidenden Vocalisten hervor, die wie damals etwas polarisieren, von daher also Geschmackssache sind.


FAZIT:

Im Prinzip hat sich bei Sterbend nichts verändert. Sollte "Einsamkeit" das Interesse geweckt haben, wäre ein Kauf der Werksammlung (streng genommen ist dieser Tonträger kein rassereines Album) sicherlich nicht verkehrt. Alle anderen warten besser auf "Peisithanatos", dem hoffentlich bald erscheinenden Zweitling von Nyktalgia.


TRACKLISTE:

01 - Intro
02 - Depressing Paths Through Fullmoon Forests
03 - Einsamkeit
04 - Left To Weep And Mourn
05 - Winterwald
06 - Dwelling Lifeless
07 - Mysteries
08 - Vast And Dismal Chambers
09 - Endtime Sermon
10 - Outro


LINE-UP:

Typhon - Vocals
Asmodaios - Guitar, Bass
Winterheart - Drums
Skjeld - Session Vocals
Malfeitor - Session Guitar


AMIKKUS

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