„Da gamla ligg aude…“ startet mit melodisch- folkigem Black Metal mit hohem Klargesang-Anteil und einer erhaben anmutenden Atmosphäre. Beim Anhören sieht man förmlich die abgelegenen ländlichen Gegend Norwegens mit ihren Feldern und Gehöften vor sich. Auch textlich dreht sich das Album um Tradition, Selbsversorgung sowie das bäuerliche Leben und die Ablehnung von Konsumwahn und Profitmaximierung. „Frå bakom Bergafjedlet onda Tjuvandehidlar i løyndo dei bur“ baut verspielte Folk-Passagen ein, die sich mit rauem Black Metal abwechseln. Die Nummer verströmt den Geist von Projekten wie Storm, Otyg oder den frühen Ulver. Wie kaum ein anderer versteht es Sorg, ungeschliffenen, aber melodischen Black Metal mit norwegischem Folk zu vermischen und daraus so epische, stolz klingende Kompositionen zu formen. „Alt Rivna!“ hat einen gewissen Finntroll-Einschlag beziehungsweise klingt man stellenweise sogar nach Trollfest (höre ich da im Mittelteil Ziegen an den Backing Vocals?), während „Gardar og Grende i æve Attende (Ei røyst i einsemde)“ nur aus Trommeln und Gesang besteht und eine rituelle Atmosphäre beschwört, wie man sei von den Nordic Folk Acts kennt. Den Schlusspunkt setzt das epische „Landesorg“, welches bereits im Sommer 2024 digital veröffentlicht wurde und die Stärken von Sorgsvart in einer treibenden Zehnminutennummer vereint. FAZIT: So norwegisch wie man nur klingen kann hört sich das dritte Album von Sorgsvart an. Isengard, Storm, Otyg oder Ulver können als grober Anhaltspunkt dienen, wobei Mastermind Sorg auf seine ganz eigene Art den rauen, aber melodischen Black Metal mit dem Folk seiner Heimat kombiniert und damit eine epische und naturverbundene Atmosphäre kreiert. Norwegen-Fans können hier definitiv blind zugreifen.
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