Vígljós - Tome II: Ignis Sacer    VíGLJóS
    Tome II: Ignis Sacer

    Release:  19. September 2025
    Label:  Les Acteurs De L’Ombre
    Stil:  Old School Black Metal
    Spieldauer:  42 Minuten, 50 Sekunden
    Punkte:  8 von 10
    Homepage:  www.facebook.com/vigljos

    In der Datenbank seit:  07.08.2025 / 18:51:16
    Gelesen:  19x  (seit Datenbankeintrag)

Die 2022 gegründeten Vígljós aus Basel beschäftigen sich auf ihrem zweiten Album mit dem Claviceps oder Mutterkornpilz, einem Pilz, der Getreide befällt und dessen Genuss Vergiftungen und eine Krankheit namens Ergotismus auslöst. Historisch führte es sogar zu Hexenverfolgung und gesellschaftlichen Unruhen, wenn das Wachstum des Pilzes überhandnahm.

Musikalisch bedienen sich die drei Musiker dabei einer atmosphärischen Form des rauen Black Metals, welcher stark von dessen norwegischer Variante Anfang der Neunziger und Bands wie Darkthrone und Immortal beeinflusst ist. Diese Einflüsse werden mit Elementen wie Synths sowie Mellotron angereichert und zeitweise wird auch etwas Black ‘n‘ Roll in den Sound eingebaut, so dass die Musik weit mehr ist als eine Hommage an den 2-Welle Black Metal der frühen Neunziger Jahre darstellt.

Mit dem Synth-Intro „Sowing“ starten die Schweizer ihre Reise mit etwas an die Keyboard-Stücke von Burzum erinnernden Klängen, bevor man mit „A Seed of Aberration“ rauen, nach Darkthrone klingenden Black Metal bietet, der jedoch weitaus atmosphärischer ausgefallen ist als jener der norwegischen Pioniere. Der heulende Gesang klingt einmal mehr nach Burzum und verleiht der Musik eine depressive Note. Schwermütig und im schleppenden Tempo kriecht „The Rot” aus den Boxen und befällt die Gehörgänge, während bei „Claviceps“ das Tempo wieder angezogen wird. Besonders intensiv, zeitweise beinahe hysterisch wirkt hier der Gesang von Sänger L und soll wohl den Schmerz und den Wahnsinn darstellen, den eine Vergiftung mit dem titelgebenden Pilz mit sich bringt. Eine Nummer wie „Delusions of Grandeur” verströmt eine Black ‘n‘ Roll-Attitüde wie man sie von Satyricon zu Zeiten von „Now, Diabolical“ kennt, während bei „Decadency and Degeneration“ vor allem bei der Gitarrenarbeit das melodische Element im Vordergrund steht und das im Midtempo gehaltene und ebenfalls sehr melodische „Harvest“ auf dichte Atmosphäre setzt. Mit „Fallow – A New Cycle Begins” endet die Scheibe wie sie begonnen hat mit einem Synth-Stück.


FAZIT:

Mit „Tome II: Ignis Sacer“ nehmen uns Vígljós aus der Schweiz mit auf einen wilden Ritt zwischen rauem Old School Black Metal und der zeitgenössischen atmosphärischen Variante des Genres. Das bei Zeal & Ardor-Sänger Marc Obrist aufgenommene Album vereint die beiden Ausrichtungen zu einer ansprechenden Mischung, die bei der Hörerschaft definitiv Anklang finden dürfte.


TRACKLISTE:

01 - Sowing
02 - A Seed Of Aberration
03 - The Rot
04 - Claviceps
05 - Delusions Of Grandeur
06 - Decadency And Degeneration
07 - Harvest
08 - Fallow - A New Cycle Begins


LINE-UP:

L - Vocals
J - Drums
N - Guitar


MICHAEL D.

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