Schon der Opener „Schmerz befreit“ mit seinen doomig schweren Riffs und den verzweifelten Vocals zieht einen runter in die emotionalen Abgründe, mit denen sich die Band auf der EP inhaltlich beschäftigt. Die Musik von Lebensstille ist überwiegend im Midtempo gehalten und von melodischer Gitarrenarbeit geprägt. Gesanglich variiert man zwischen Black Metal-typischen Schreien und tieferem Death Metal-lastigen Gesang. Bei einer Nummer wie „Bernstein“ wird zwischenzeitlich tempomäßig auch mal das Gaspedal durchgetreten, so dass auch musikalisch die Abwechslung definitiv nicht zu kurz kommt. Die drei Herren und die Dame von Lebensstille erschaffen auf „Abgrund Tief“ eine ausgesprochen dichte Atmosphäre, welche den Hörer von der ersten Minute an einfängt und bis zum Ende nicht mehr loslässt. Einzelne Songs als Anspieltipps herauszugreifen fällt mir schwer, da jedes der Stücke seine Stärken hat und die EP als Gesamtes sehr homogen klingt. Vielleicht am ehesten „Verloren an die Dunkelheit”, das mit seiner gesprochenen Passage am Ende die verzweifelte Atmosphäre von „Abgrund Tief“ gut auf den Punkt bringt. FAZIT: Lebensstille präsentieren auf ihrer EP „Abgrund Tief“ anspruchsvollen und melodischen Post Black Metal, der zu gefallen weiß.
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